Rückfahrt

Text: Marcel Prigge und Marieke Wist

01. Juli 2017
Es ist Samstag, die Rückfahrt steht an. Hinter uns liegen spannende Tage mit einem vollen Programm. Wir waren im Burgtheater, auf dem Zentralfriedhof und dem Karl-Marx-Hof in Wien, sind mit der Fähre „Meteor“ über die Donau nach Bratislava gefahren und haben dort eine Stadtführung gemacht. Nebenbei waren die Tage mit Expert*innengespräche gefüllt, abends ging es meistens zur gemeinsamen Diskussionsrunde in eine Bar. Rundum: Aufregende, volle Tage.

Vom Hostel in Bratislava geht es zum Bahnhof, von dort aus nach Wien. Hier steigen wir in einen ICE, in dem wir sitzen bleiben können. Gott sei Dank müssen wir nicht umsteigen, so kriegt man wenigstens noch etwas Ruhe. Der letzte Exkursionsabend steckt vielen von uns noch in den Knochen, jedoch tut das der Stimmung keinen Abbruch. Im Gegenteil: Manchen von uns scheint der Schlafmangel nichts anhaben zu können. Es wird gelacht und herumgealbert. Wir quizzen zusammen und spielen Karten. Die Fahrt scheint super zu verlaufen, bis wir in Passau halten und der Zug nicht mehr weiterfährt. Eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg wird entschärft. Dies bedeutet für uns eine Zwangspause von mindestens eineinhalb Stunden. Nun gut, die Fahrt ist ja auch anstrengend genug gewesen, also raus aus dem Zug und durch Passau laufen. Manche kaufen ein, manche besuchen Freunde, die auch grade zufällig dort sind. Einige kommen auf die Idee auf dem Haltegleis zu picknicken, was auch die anderen Fahrtgäste des ICE amüsiert. Nach einiger Zeit geht’s weiter und irgendwie ist man doch froh, dass der Zug wieder gen Heimat rollt. Als Entschädigung für die Verspätung wird durch die Lautsprecheransage pro Person ein Freigetränk im Bordbistro versprochen. Die Schlange ist lang und auch wir machen uns auf den Weg, natürlich in der Hoffnung auf ein kaltes Bier. Am Tresen angekommen, wird die traurige Nachricht verkündet, dass alkoholische Getränke leider ausgenommen sind. Die Enttäuschung ist groß, doch wir geben uns schließlich auch mit einem Kaffee oder einer Cola zufrieden.

Gefühlt fahren wir nur dreißig Minuten bis der Zug wieder hält. Keine Ahnung wo wir uns gerade befinden, aber der Zug steht und rollt nicht weiter. Nach kurzer Zeit hört man Geschrei. Die Tür zum Zugabteil öffnet sich und es erscheint ein Mann, der sich entschuldigt. Er wird wieder lauter, die Tür schließt sich, er geht aus dem Zug und wir bleiben etwas ratlos zurück. Was passiert hier gerade? Kurze Zeit später – der Zug fährt noch immer nicht – sieht man ein Erste-Hilfe-Team am Fenster vorbeigehen. Dann folgt die Polizei. Wie wir später erfuhren hatte der brüllende Passagier eine Auseinandersetzung mit einem der Zugbegleiter. Was genau passierte ist unklar, jedenfalls bringt das weitere fünfundvierzig Minuten Verspätung ein. Der Zug rollt endlich weiter, und wir sind noch immer guter Dinge. Vielleicht kommen wir ja tatsächlich noch in Bremen an?

Eine Frau im Abteil trägt sich eine Gurkenmaske auf..

Es wird dunkel.

Und so braust die Exkursionstruppe mit der Gurkenmaskenfrau und ohne den brüllenden Passagier Richtung Norden. Tatsächlich schaffen wir es noch nach Bremen. Zwar weit hinter dem eigentlichen Zeitplan, jedoch um einige Erfahrungen reicher.

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